Geschichte

In der Nähe von wo sich heute die Gemeinde Llançà erhebt, befand sich die ehemalige Stadt Deciana, gegründet 219 v. Chr., nahegelegen der romanischen Strasse, die sich in Rosselló abzweigte und die Pyrenäen über die Gebirgspässe von Massana und Portús durchquerte. Nach der Zerstörung von Empúries, durch Hasting und seine Truppen, im Jahr 862, siedelten die Küstenbewohner, aus Angst vor den Einfällen der sarazenischen Piraten, ins Landesinnere um. So wurde die Stadt Llançà in der Nähe des Meers errichtet, wo sie aber trotzdem kaum zu sehen war.

In Schriften, datierend aus dem 10. Jhd. von Sant Pere de Rodes, wurde es in “Vall Lanciani”, welches an den alten Namen “Deciana” erinnert, umbenannt. Man nimmt an, daß der heutige Name Llançà, sich davon ableitet.

Im Frühling 1344, erhebt sich Ramón Berenguer, zweiter Graf von Émpuries der zweiten Dynastie, gegen den König von Aragón, Pedro IV. Der Graf kerkerte in Llançà viele Ritter von Rosselló, welche den Monarchen verteidigten, ein. Ganz unerwartet, trat Pedro IV in Figueres auf und führte einen Prozess gegen den Grafen von Émpuries an. Dank der familiären Bittgesuche wurde dem Grafen jedoch gerade noch die Begnadigung erwährt.

1659, mit dem “Frieden der Pyrenäen”, fordern die Franzosen Llançà ein und zielen auf eine Grenze am “Cap de Creus” ab. Später jedoch wurde diese am “Cap de Cervera” erstellt.

1692 wurde die Hafenkapelle errichtet.

Mitte des 18. Jhds. wurde für San Vicente, das heutige Pfarrhaus auf den Resten einer alten romanischen Kirche erbaut und ihm gewidmet. Diese gehörte vorher seit 974 der Hoheitsgewalt des Abtes von Sant Pere de Rodes an.

Zwischen 1718 und 1720, entwickelte sich die Wirtschaft mit der Inbetriebnahme von Wein und Öl.

1787 zählt die Gemeinde etwa 1000 Einwohner.

Als die Franzosen 1793 Roses erobern wollten, wurden sie in Llançà besiegt. Als Erinnerung an die Geschichte, blieben nur das barrocke Pfarrhaus aus dem 18. Jhd. und der römische Turm aus dem 18.-19. Jhd. Diese beiden Monumente findet man auf dem “Plaza Major” von Llançà, wo sie unter Schutz stehen.

Die Kirche und der Turm sind zwei charakteristische Monumente des Stadtbildes von Llançà. Man kann sie von jeglichem Standpunkt, auch ausserhalb der Stadt, ausmachen. 1870 wurder der Baum der Freiheit gepflanzt um den Sinn für Demokratie der Stadt auszudrücken.

Der alte Stadtkern wurde um die Pfarrkirche angelegt und durch drei Strassen abgegrenzt: “Dins la Vila”, “Major” und “Esglesia”. Im Hafen von Llançà gab es alte Fischerhütten, welche renoviert wurden. Heute, ist dieses Viertel das Touristen- und Wohnviertel.

In den 60er Jahren ließ der Tourismus die Stadt und Bevölkerung anwachsen, was zu einer Anpassung und Veränderung der Ortschaft führte. Die Leute aus dieser Zeit fingen an, sich neuen, attraktiveren und rentableren Berufen zu widmen: Verkäufer, Kellner, Bauarbeiter…